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Bestrahlungssitzungen

Die Bestrahlungssitzungen (Fraktionen)

Theoretisch könnte man Tumoren mit einer einzigen Bestrahlung abtöten. Dem stehen bei der Röntgentherapie allerdings die Gewebeschädigungen im Gesunden entgegen: Das betroffene Gewebe erholt sich eher, wenn man die Tumordosen auf bestimmte Strahlungsdosen pro Tag beschränkt. In der konventionellen Strahlentherapie werden die Bestrahlungen deshalb immer in einzelne Sitzungen – sogenannte Fraktionen – aufgeteilt. Deren Gesamtzahl bewegt sich zwischen 4 und 35, meistens eine Sitzung pro Tag. Das führt nicht nur zu einer relativ langen Gesamtbehandlungszeit, sondern beeinträchtigt tendenziell auch die Heilungschancen – denn in den Pausen zwischen den einzelnen Sitzungen erholt sich natürlich auch der Tumor.
 
In der Protonentherapie ermöglicht es die geringere Belastung des gesunden Gewebes, die Zahl der Sitzungen zu reduzieren. Bei der Protonentherapie mit dem Präzisions-Scanning-Verfahren liegt die Strahlendosis im Gesunden nur bei 1/3 bis 1/5 der Dosis bei Röntgen. Die wirksame Dosis kann also entsprechend erhöht werden, sodass im Höchstfall theoretisch oft nur bis zu 15 Sitzungen notwendig sind. In der Praxis wird die Sitzungszahl so gewählt, dass die analogen täglichen Höchstdosen einer Röntgenbestrahlung – sowohl lokal als auch im Gesamtorganismus – auf jeden Fall unterschritten werden. Ihr betreuender Arzt wird Sie informieren, welche Sitzungszahl sich daraus ergibt und wie lange die Behandlung somit insgesamt dauert.
 
Nur in wenigen Fällen ist der Zeitvorteil der Protonentherapie nicht nutzbar: nämlich dann, wenn Tumorzellen und erhaltenswertes gesundes Gewebe so innig verwoben sind, dass der Protonenstrahl beide erfasst – zum Beispiel bei manchen Hirntumoren. Bei einer solchen Vermengung kranker und gesunder Zellen wird die Gesamtdosis ähnlich wie bei Röntgen auf eine höhere Zahl von Einzelsitzungen verteilt. Diese Situation ist aufgrund der hochpräzisen Zielbarkeit der Protonen allerdings selten geworden.

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