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DAS RPTC KOOPERIERT FÜR SPITZENMEDIZIN MIT DEM SCHWEIZER PROTONENZENTRUM PAUL-SCHERRER-INSTITUT
2015-12-01 13:58

DAS RPTC KOOPERIERT FÜR SPITZENMEDIZIN MIT DEM SCHWEIZER PROTONENZENTRUM PAUL-SCHERRER-INSTITUT

Am Paul Scherrer Institut (PSI) (Radioonkologisches Department Prof. Dr. D. C. Weber) in der Schweiz werden – wie auch am RPTC in München – Krebspatienten im Scanning-Verfahren mit Protonen behandelt. Aufgrund der ähnlichen Bestrahlungsmethoden ist ein Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den beiden Zentren sinnvoll und ist jüngst von beiden Seiten aufgenommen worden.

Den Beginn machte ein 66-jähriger Patient, der an einem Rezidiv eines Chordoms in der Lendenwirbelsäule erkrankt war. Die Diagnose wurde bereits im Jahr 2013 gestellt, der Patient wurde anfangs einer Operation unterzogen. Damals wurde zur Stabilisierung der Wirbelsäule eine Fixationshalterung aus Edelstahl implantiert.

Zwei Jahre nach der Operation kam es zu einem Tumorrezidiv. Dieses hatte sich entlang des Rückenmarkkanals ausgebreitet und verursachte starke Schmerzen. Durch eine neuerliche Operation konnte der Tumor – makroskopisch – komplett entfernt werden. Eine Nachbestrahlung war aufgrund des hohen Risikos eines erneuten Tumorwachstums trotz ausgedehnter Operation unbedingt notwendig. Da hier sehr hohe Bestrahlungsdosen in der Nähe von Risikoorganen, wie z.B. Nervenbahnen und Darm notwendig sind, musste der Patient mit Protonen behandelt werden.

Es ergab sich nun das Problem, dass das Metall zur Stabilisierung der Wirbelsäule im CT Artefakte verursachte. Dies machte die exakte Berechnung der Zielgebung des Protonenstrahls technisch unmöglich.

Dr. R. Schneider, leitender Radioonkologe am PSI, schlug deshalb vor, den stabilisierenden Stahl teilweise durch Kunststoff (Vollcarbon) zu ersetzen.

Diese Operation erfolgte an der neurochirurgischen Abteilung des Klinikums Ingolstadt.

Nun war die Protonentherapie technisch möglich. Gemeinsam mit dem PSI wurde am RPTC das Zielvolumen festgelegt und der Bestrahlungsplan berechnet. Die hochentwickelten Berechnungs- und Zielgebungsverfahren des RPTC erlaubten die Zielführung trotz hinterer Stabilisierung der Wirbelsäule mit Carbonersatz eines Wirbelkörpers (Abbildung 1). Die Bestrahlung wurde am RPTC durchgeführt. Durch die Zusammenarbeit von RPTC und PSI konnte der Patient am RPTC in München erfolgreich behandelt werden.

 

Abbildung 1: Computertomographie-Rekonstruktion der Lendenwirbelsäulen- Zerstörung durch das Chordom-Rezidiv.

Blau: Implantate der instrumentellen hinteren Wirbelsäulenversteifung, schemenhaft die Schrauben in den Wirbelkörpern.
Rot: die Kohlenstoffsäule, die den hochgradig vom Tumor abgebauten Lendenwirbelkörper drei ersetzt.
Grün: gestrichelt das übergreifende Hochdosisgebiet der Protonenbestrahlung.

Das Tumorgebiet selbst ist der Übersichtlichkeit wegen in diesem Bild nicht dargestellt.

Das Ergebnis ist ein gehfähiger, weitestgehend schmerzfreier Patient mit einem volltherapierten Tumor.

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