Das Tumorboard der Spezialisten
Die Onkologie (griechisch: Wissenschaft von bösartigen Tumoren) ist kein in sich abgeschlossenes Fachgebiet, sondern verteilt sich auf viele verschiedene Spezialisten: Der Methodik nach sind es die Internisten, die Chirurgen und die Strahlentherapeuten. Den befallenen Organen nach die Gynäkologen, Neurochirurgen und Neurologen, Urologen, Gastroentorologen, Hals-Nasen-Ohrenärzte und Augenheilkundler. Es liegt deshalb nahe, die jeweils beteiligten Spezialisten auch gemeinsam die Behandlung leiten zu lassen.
Dazu verfügt das Center über ein sogenanntes Tumorboard, das in Zweifelsfällen konsultiert wird und die getroffene Therapieentscheidung überprüft. Ständige Mitglieder des Tumorboards sind Fachärzte für Radiotherapie, für Radiodiagnostik (diese beiden Subspezialisierungen haben sich in der Medizin getrennt), für Chirurgie, für Onkologie der Inneren Medizin sowie für Pathologie. Je nach Fall werden auch Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats hinzugezogen, weiterhin die jeweiligen Fachvertreter gemäß dem betroffenen Organ und – soweit möglich – der einweisende Arzt. Um auch die Beteiligung Ihrer heimatlichen Ärzte zu ermöglichen, steht im RPTC die Technik für eine Videokonferenz bereit.
Ihr betreuender Arzt bleibt verantwortlich
Die Federführung obliegt gleichwohl dem Sie betreuenden Facharzt für Radiotherapie. Er trägt die Verantwortung dafür, dass der Wille des Patienten und alle im Center erhobenen Befunde berücksichtigt werden. Bei einer Einweisung durch einen behandelnden Arzt oder eine behandelnde Klinik ist er außerdem verpflichtet, mit diesen Rücksprache zu nehmen.
Das Ergebnis seiner Überlegungen besteht schließlich in einer von vier Entscheidungen, die gegebenenfalls im Tumorboard noch einmal hinterfragt werden:
- Protonentherapie nicht sinnvoll. Der Sie betreuende Arzt ist dann verpflichtet, eine alternative Betreuung einzuleiten – wo und durch wen auch immer.
- Protonentherapie sinnvoll als Alleintherapie. Dann wird wie beschrieben die Therapie geplant; die Behandlung bleibt in den Händen der Protonen-Spezialisten. Eine Einzelbesprechung im Tumorboard erfolgt in diesem Fall nicht. Allerdings wird das Tumorboard jeden Fall revidieren und auf Einhaltung der Qualitätsstandards prüfen.
- Protonentherapie sinnvoll, alternative Therapie steht jedoch in Konkurrenz. Dies ist eine typische Situation für die Diskussion des Falles im Tumorboard vor Beginn der Bestrahlung.
- Protonentherapie sinnvoll, aber in Kombination mit einer weiteren Therapieform (zum Beispiel Chemotherapie oder Operation). Auch solche Fälle werden im Tumorboard vor der endgültigen Therapiefestlegung ausführlich besprochen.
Die Ergebnisse der Tumorboard-Diskussion dienen dazu, die Therapieentscheidung des betreuenden Arztes entweder zu untermauern oder gegebenenfalls eine andere Empfehlung auszusprechen.
