Protonentherapie
- Die Heilungschancen werden verbessert. Durch die gezielte Bündelung der Protonenenergie direkt im Tumor verringert sich die Gesamtstrahlendosis im gesunden Gewebe in Abhängigkeit der jeweiligen Tumorgeometrie auf ein Drittel oder weniger im Vergleich zu einer Röntgenbestrahlung mit gleicher Tumordosis. Das ermöglicht eine Steigerung der therapeutisch wirksamen Dosis, sodass die Tumorzellen zuverlässiger zerstört werden. Theoretisch lassen sich dadurch die Heilungschancen bei noch nicht metastasierten Tumoren erhöhen, in der Literatur werden Steigerungen z.B. von 75 % auf 95 % und mehr angegeben.
- Die Nebenwirkungen verringern sich. Häufig belastet eine Strahlentherapie den Organismus so stark, dass ein stationärer Aufenthalt notwendig ist. Das günstige Verhältnis von Nutz- zu Schadensstrahlung bei der Protonentherapie dagegen erlaubt neben der Erhöhung der nebenwirkungsbegrenzten therapeutischen Tumordosen gleichzeitig, die Schadensdosen im gesunden Gewebe zu verringern. Dadurch wird die Protonenbestrahlung vergleichsweise gut vertragen, sodass sie in den meisten Fällen problemlos ambulant durchgeführt werden kann. Außerdem sinkt das Risiko eines sekundären Tumors als Spätfolge der Bestrahlung erheblich. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen strahlungsinduzierten Tumors kann ein Prozent pro Lebensjahr betragen. Kinder müssen daher nach welteinheitlicher Meinung, wenn überhaupt, mit Protonen bestrahlt werden.
- Die Behandlungsmöglichkeiten wachsen. Aufgrund der fehlenden Strahlung hinter dem Tumor können mit Protonen auch Krebsformen erfasst werden, bei denen eine Bestrahlung bisher zu riskant war. Dazu gehören etwa Tumoren in der Nähe von Rückenmark oder Stammhirn, Bronchialkarzinome (Lungenkrebs) oder multiple Metastasen. So wird zum Beispiel die Bestrahlung der Augennetzhaut möglich, ohne dass der dahinter liegende Sehnerv und das Gehirn geschädigt werden.
- Die Behandlungszeit wird kürzer. Da bei der Protonenbestrahlung höhere Einzeldosen pro Sitzung möglich sind, kann die Zahl der notwendigen Sitzungen gegenüber der Röntgenbestrahlung häufig deutlich reduziert werden. Das bedeutet eine Entlastung für die Betroffenen und erlaubt es, die Patienten in kürzerer Zeit zu behandeln.